"Chrome", der neue Browser des
Internetriesen Google, ist offiziell aus der Testphase getreten und gilt nun als stabil. Das Unternehmen wirbt mit besserem Surferlebnis durch einen absturzsicheren, schnellen und
kompakten Browser.
Doch es gibt einige bedenkliche Details, die der Internetgigant nicht sofort verrät.
Mit bewährten Schutzmechanismen wie aktuellen Spyware-Blockern versuchen wir Sie vor Spionage-Software zu schützen, die ohne dass Sie es merken Details über Ihren Aufenthalt im Internet an teils zwielichtige Firmen senden, welche aus dem Verkauf Ihrer Nutzungsdaten Profit schlagen möchten.
Bei Chrome fängt die Erhebung Ihrer Nutzungsdaten und das Senden Ihres Surfverhaltens hingegen bereits im Browser selbst an. Jeder Chrome-Nutzer liefert Google freiwillig dadurch indirekt unter anderem seine Interessen und Vorlieben, bevorzugte Surfzeiten und die meistbesuchten Websites auf dem Silbertablett.
Bevor Sie Chrome installieren, sollten Sie sich deshalb die Datenschutzbestimmungen genau durchlesen. Ganz offen schildert Google hier die Praktiken des Browsers Chrome, sodass sie harmlos klingen mögen, es in Wirklichkeit jedoch nicht sind.
Jeder Chrome-Browser bekommt nach der Installation eine eindeutige Nummer, die so genannte Identifikationsnummer (kurz ID). Fortan kann Google nun mittels dieser Nummer die verschiedenen gesammelten Daten - IHRE Daten - von anderen unterscheiden. Jedesmal, wenn Sie eine Anfrage über Chrome an Google senden, kann Ihr Browser eindeutig identifiziert werden.
Um klarzustellen, dass es uns nicht um Panikmache geht: Google erfährt nicht ihren Namen und klopft am Morgen an Ihre Haustür. Jedoch ist Ihre ungefähre Position auf der Welt (bis auf einige hundert Kilometer) bereits anhand Ihrer IP-Adresse, welche jeder Computer im Internet hat, durchaus von Google ermittelbar. Google kann nun durch die Kombination von Browser-ID und der IP-Adresse so sehr gut Nutzungsstatistiken des eigenen Browsers in verschiedenen Staaten oder Landesteilen erstellen und auswerten. Doch das wäre kein sehr gutes Geschäft - es geht noch weiter.
Tippen Sie in die Adressleiste von Chrome ein Suchwort ein, sendet der Browser diese an Google, um Ihnen Vorschläge zu liefern. Diese Daten können von Google genutzt werden, um Trends und Vorlieben zu erkennen. In Kombination mit den vorher genannten Daten ergibt sich für Google so schon ein klareres Bild der Nutzer. Diese so genannten "aggregierten nicht personenbezogenen Daten" sind gut zu vermarkten und lassen sich wunderbar mit den Werbeangeboten von Google kombinieren. Genau mit diesem Geschäft ist die anfangs so kleine Suchmaschine groß geworden. Glücklicherweise können Sie diese Funktion deaktivieren, jedoch ist sie standardmäßig eingeschaltet.
Wenn Sie sich bei der Eingabe vertippen, eine Adresse also nicht gefunden werden kann, senden Sie diese Daten an Google, damit Ihnen mögliche Alternativen geboten werden können. Das klingt nach einer anwenderfreundlichen Funktion (und ist es in der Tat auch), jedoch sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Google auch über diese Daten verfügen kann.
Google möchte Ihre Daten zur Verbesserung des eigenen Werbe- und Suchangebots. Im Austausch erhalten Sie tatsächlich einen objektiv betrachtet guten Browser. Sie müssen selbst entscheiden, ob es Ihnen das wert ist.